Beduin Camper in H0 |
Der Anlass und Inspriration (und Herausforderung) zu diesem Projekt war erstens dieser Thread im Stummiforum:
https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=27&t=149782&sid=79dbe486bff0e0d72cfa6cbb568b33dd , wo Thread Ersteller Ulrich (UKR) eine ware Flotte von allen möglichen, von ihm selbst aus Holz gebastellten Fahrzeugen vorstellt:

...auf seiner Modelbahnanlage besteht schon die Gefahr das es mit so vielen Farzeugen in der Berufsverkehrszeit zu Verkehrszusammenbrüchen kommen kŏnnte!

...darunter auch dieses:

Alle vorherige Bilder aus dem o.g. Thread.
...und zweitens, diese Reportage im online Carvaning Magazin...


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Ich habe schon einige Erfahrung im Modelbaumethoden in gelŏtetem Zinnblech (aus Dänischen Keksdosen... siehe: http://www.intelab.com/modbau/Zweite%20K5.htm ), aber mein Beduin Nachbauprojekt sollte, wie bei Ulrich's Fahrzeugflotte, aus Holz und Papier stattfinden. Es fing mit einer Handzeichnung in H0 Grösse auf der gedruckten Ablichtung an (ein Wikinger Buckel diehnt als Grössenexemplar bzw. Referenz):
Beide Seitenzeichnungen wurden auf dünnes dreischichtiges Sperrholz (gewonnen von einer Franzhösicher Käseschachtel) übertragen, ausgschnitten, und fein geformt (...keine Angst...war erst gut gelüftet!).
Fensteraussschnitte wurden sorgfältig eingezeichnet und ausgeschnitten. Die Tür Oberkantenform ist hier Rechtwinklig und stimmt noch nicht.
Für die nur in der Queerachse gebogenen Boden und Dach Umrundung dachte ich mir zuerst einem dünnen Schachtelkarton zu benutzen, da aber nach dem ersten Versuch die Materialstaerke immernoch zu dick und unbiegefreundlich war, dazu hatte ich auch im ersten Anlauf eine ununterbrochene (und unvorbildliche) Queerbeule am Boden eingebaut, habe ich mich dann in Version 2 für eine noch feinere schwarze Pappe mit zwei, vorbildgetreuen, getrennten Radbeulen entschieden.
Boden, Version 1, schon mit einigen, aber rein phantasievollen Inneneinrichtungen.
"Da stimmt doch was nicht am Rahmen und Boden!" Die
Rechte Seite zum korrigierten zweiten Versuch ist schon ausgeschnitten...
Da mir der Besitzer des Gespanns sogar aus dem Volvoniacs Forum bekannt ist (siehe: http://www.networksvolvoniacs.org/index.php/Gunvors_3500_km_lange_Reise_mit_Buckel_und_Beduin ) hat Wolfgang B. (aka: Gunvor, auch wohlbekannt als grosser Originalist) mit Konstruktionsdetails fuer den Beduin freundlicherweise aushelfen können. Danke Gunvor!
Hier mein Papiertrick vom Boden der Version 2, mit den getrennten Radbeulen (nach einigen Űberlegungen, nur mit einem Schnitt shaffbar!):
Der Hinterboden mit individuellen Radbŏgen, ist mit den
Seiten verklebt. Hintere Fensterbank und Sitzbänke diehnen der Stabilität,
und die Türoberform ist korrigiert.
Ein Paar Inneeinrichtungen sind eingebaut. Der Gasherd ist schon bemalt. Weitere Details und Einfärbung folgen.
Farben sind nach dem Vorbild. Ein Gunvor in Preisergroesse gŏnnt sich eine Arbeitspause nach der grossen Restauration seines Beduins.
Weitere Einfärbungen...
Das Dach wird abnehmbar bleiben, sodas mann den Inneraum inspizieren kann. Unterrahmen kommt zunaechst dran...
Der Unterrahmen is komplett (aus Holz Kafeestäbchen), und die Räder werden präpariert. Die Reifen sind aus Gummi O-Ringen, und sitzen auf aus Holz geschnitzten (Oriental Restaurant einweg Bamboostäbchen) Felgen.
Obwohl dieser Camper kein Wintersalz ausgesetzt werden wird, bekommt der Unterboden seinen Schutz (schwarze Acrylfarbe)...dann werden Achse und Räder montiert und gefärbt.
Der Camper kann nun auf eigenen Rädern stehen...! Ein Paar weitere Aussendetails wie Beleuchtung und Kennzeichen werden montiert.
Der Gepäckträger kommt zunächst dran. Er ist aus feinem verzinntem elektronic Kupferdraht gefertigt und wird mit Klebeband (Schadenfrei) auf das Dach des Zugfahrzeug befestigt. Zwei Koffer für Herr und Frau Preisergunvor, kommen gleich drauf!
Das Camperdach war etwas von einer Herausforderung in Modelpraezitionsarbeit, deswegen zeige ich etwas mehr Detail zur Fertigung.
Da das Dach abnehmbar bleiben soll, wird ein stabiles Stahldrahtskelett (aus Bürohaftklammern) das Pappdach in Form halten.
Das in der Mitte plazierte Sonnendach wird mit zusätzlichen Streben (wie der Gepäckträger, aus weicherem und einfacher zu bearbeitetem Kupferdraht) in das Skelett gebracht. Alles wird fuer genaues Passen in die Zwei Radien mehrfach wärend der Fertigung geprüft und angepasst...dann in die Endform zusammengelötet.
Das Pappdach wird vorgebogen, sodas es ohne Spannung (die den Rahmen verziehen kŏnnte), mit dem Skelett vereinigt werden kann. Das Skelett im Bereich Hinterfenster wurde geandert um nicht im breiten Fenster sichbar zu sein. Das Pappdach wird mit Sekundenkleber mit dem Rahmen vereinigt, und zwei Fenster und eine Sonnendach Öffnungen werden ausgeschnitten, und durch durchsichtige Folie ersetzt. Zuletzt kommt die farbiche Behandlung.
Dachrahmen wird mit Dach vereinigt. Öffnungen werden ausgeschnitten und verglast. Einige feine Passarbeiten sind noch erforderlich, dann wird es gefärbt.
Bevor sie als Gardinen im Beduin diehnt, bekommet eine einzige, dünne Serviettenlage mit hochverduennter Wasserfarbe die Vorbildgetreue Farbe.
Das Buckelzugfahrzeug bekommt noch ein Paar Verfeinerungen die es dem Vorbild näher bringen sollen. Wasserfarbe an den Radkappen, mit dem Kleinstpinsel!
Nebelleuchten werden aus einer Yogurtbecherfolie mit passender Farbe geschnitten. Ein scharfes Hobbymesser und absolut ruhige Hand sind Vorausgesetzt. Geschnitten, dann gebogen, sie sind schonend und rueckbaufähig von hinter den Stoßstangen bzw. unter dem Fahrzeug angebracht.
Kennzeichen vom Laserdrucker kommen natürlich auch drauf...wie mann sehen kann, läuft der TüV bald ab...!
Radius eines durchsichtigen Fast-food Getränkedeckel mit gebogener Kante past der Windschutzscheibe perfekt! Der Sonnenschutz wird zugeschnitten, mit einem blauen permanent Markierstift gefärbt und schonend mit Klebeband angebracht.
Details am Beduin. Das abnehmbare Dach hat seine Gardienen bekommen. Das Frontfenster des Beduin is gestaltet gekippt, und Wasser kocht gerade für Gunvor's Tee...oder Suppe...er hat schon ein Getränk...!
Das fertige Gespann...bereit für Plazierung im Tankstellen/Volvowerkstatt Diarama (im Bau!) und ein Ölwechsel vor der groβen Alpentour in H0.
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Allgemein Kontruktionsinfos:
Wie mann aus diesem Bericht entnehmen kann, bevorzuge ich Umfunktionierte (auch internationale) Materialien bei solchen Modelarbeiten...das ist auch Recycling!
Der Rahmen und Struktur der Caravan wurde aus Holz und Pappe mit Sekundenkleber zusammen geleimt, dann zur Verstärkung und versicherte langfristige Haltbarkeit wurden die Ecken mit verdünntem Holzleim nochmal behandelt.
Fenster und "Glas" wurden wie so üblich, aus einer dünnen Verpackungsschachtel bzw. einem Fast-food Getränketdeckel geerntet, dann präzise zugeschnitten.
Gardienen wurden aus einer einzigen Lage, einer duennen Serviette gewonnen. Diese wurde mit einem Farbwashing die Vorbildfarbe verpasst.
Farben sind alle wasserlŏsliche Acrylfarben, ausnahmensweise das Wasserfarbenrot an den Radkappen des Buckels, und Gardienenorange.
Diese Webpage und deren Inhalt, wenn nicht anders angegeben oder zurueckgefuehrt, ist von mir zusammengestellt und darf nicht ohne Quellenangabe weiter reproduziert werden. Viel Vergnügen beim anschauen! Ronald Kwas